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Weniger Halluzinationen durch die richtige Problemstellung

KI-Modelle formulieren flüssig und selbstsicher, auch wenn die Fakten nicht stimmen. Statt nur auf stärkere Modelle zu setzen, stellen wir die Aufgabe so, dass Fehler unwahrscheinlich werden oder keinen Schaden anrichten.

2 Minuten Lesezeit

Flüssiger Text ist nicht gleich richtiger Inhalt

Textbasierte KI-Modelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini sind Textgeneratoren. Sie können Informationen falsch wiedergeben oder sogar erfinden. Dabei klingen sie oft sehr selbstsicher und produzieren flüssigen Text. Die Qualität des Textes ist von der Qualität der enthaltenen Informationen zu trennen.

Ansätze wie die Integration einer Websuche und die Möglichkeit, Ergebnisse zu zitieren, reduzieren solche sachlichen Fehler häufig. Doch auch dann kommt es oft vor, dass Modelle Quellen falsch zitieren oder interpretieren oder Ergebnisse zugunsten der Lesbarkeit zu stark vereinfachen.

Je nach Anwendungsfall lassen sich Halluzinationen durch eine Umstrukturierung der Problemstellung reduzieren, oder ihre negativen Auswirkungen lassen sich ganz vermeiden.

Beispiel: Widersprüche zwischen zwei Datenquellen finden

Betrachten wir den Abgleich zwischen zwei Informationsquellen mit dem Ziel, Widersprüche zwischen ihnen zu finden. Hier hat es Priorität, möglichst alle Fehler zu finden, die anschließend von Menschen eingeordnet und berichtigt werden. Werden dabei auch Diskrepanzen gemeldet, die keine Relevanz haben oder fälschlicherweise markiert wurden, kann der Mensch sie aussortieren.

Der naive Ansatz: Ein KI-Modell vergleicht Datenpunkte, zum Beispiel einzelne Dokumente, direkt miteinander. Das ist einfach umsetzbar. Allerdings kann das Modell dabei Probleme übersehen oder Fehler erfinden, die nicht vorhanden sind oder keine Relevanz haben.

Hinzu kommt eine Kostenabwägung: Mächtigere Modelle mit höherem Reasoning-Level erzielen präzisere Ergebnisse, aber zu höheren Kosten. Eine Garantie bieten auch sie nicht.

Unser Ansatz: erst strukturiert extrahieren, dann im Code vergleichen

Eine Alternative ist ein System, das aus den Dokumenten beider Informationsquellen Daten strukturiert extrahiert. Werden die Daten in ein präzise definiertes Format überführt und anschließend programmatisch verglichen, lassen sich die genannten Fehlerarten eliminieren. Statt Fehlern im Vergleich können KI-Modelle dann nur noch Fehler bei der Extraktion und Strukturierung der Daten machen. Diese Aufgabe lösen auch kleine Modelle.

Direkter Vergleich durch KI

Dokument ADokument B
KI vergleicht die DokumenteFrei formuliert, ohne festes Schema
Liste der Abweichungenkann Abweichungen übersehenkann Abweichungen erfinden

Strukturierte Extraktion

Dokument AKI extrahiert
Kunde
Beispiel AG
Datum
12.03.2026
Betrag
1.240,00 €
Dokument BKI extrahiert
Kunde
Beispiel AG
Datum
12.03.2026
Betrag
1.420,00 €
Vergleich im CodeFeld für Feld, nach festen Regeln
Abweichung im Feld BetragEin Mensch prüft und berichtigt
Abbildung 1: Links vergleicht die KI frei. Rechts extrahiert sie nur Felder, und den Vergleich übernimmt Code. Hier fällt die Abweichung beim Betrag sicher auf.

Ein Fehler in den extrahierten Daten führt zunächst nur dazu, dass ein nicht vorhandener Widerspruch gemeldet wird. Zu einem falsch-negativen Ergebnis kommt es nur, wenn bei der Extraktion aus den Dokumenten beider Systeme ein Fehler passiert, der unterschiedliche Daten auf das gleiche Ergebnis verfälscht. Das könnte zum Beispiel eine verschluckte Tabellenzeile sein.

Abweichung übersehenNein: Direkter Vergleich durch KIMöglichEingeschränkt: Extraktion und Vergleich im CodeNur wenn beide Extraktionen gleich falsch sind, z. B. bei einer verschluckten Tabellenzeile
Abweichung erfundenNein: Direkter Vergleich durch KIMöglichEingeschränkt: Extraktion und Vergleich im CodeDurch Extraktionsfehler möglich, ein Mensch sortiert sie aus
Irrelevante AbweichungNein: Direkter Vergleich durch KIMöglichJa: Extraktion und Vergleich im CodeAusgeschlossen, der Code vergleicht nur definierte Felder
Laufende KostenNein: Direkter Vergleich durch KIHoch, starke Modelle mit Reasoning nötigJa: Extraktion und Vergleich im CodeNiedrig, kleine Modelle genügen
Abbildung 2: Welche Fehler in welchem Ansatz auftreten können, und was sie im Betrieb kosten.

Indem wir das ursprüngliche Problem von einem Vergleichs- in ein Datenextraktionsproblem umformulieren, senken wir die Fehlerwahrscheinlichkeit und die laufenden Kosten deutlich.

  • Kosten

    Frontier-Modelle verursachen bei automatischen Prozessen hohe Kosten. Wir wählen die passenden Modelle, machen Kosten sichtbar und spezialisieren kleine Modelle per Fine-Tuning.

    Mehr zu unserem Ansatz rund um Kosten
  • Datenschutz

    Nicht nur der KI-Provider selbst ist als Risiko zu betrachten. Auch angebundene Werkzeuge wie die Websuche oder Prompt Injection über bösartige Webseiten, E-Mails und Dokumente können zu Datenlecks führen. Unsere Ansätze zum Datenschutz sichern Datenflüsse auf Code-Ebene garantiert ab.

    Mehr zu unserem Ansatz beim Datenschutz
  • Einsatzfeld Sachbearbeitung

    KI erfasst und priorisiert eingehende Fälle, bearbeitet Standardfälle unter Aufsicht und liefert bei allen anderen den passenden Kontext.

    Mehr zu KI in der Sachbearbeitung
Tomislav Kesedžić lacht im Gespräch bei einer Serapion-Veranstaltung

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Tomislav KesedžićIhr Ansprechpartner für KI-Lösungen

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